Einführung aus Sicht des Auswärtigen Amtes

Die Einrichtung des Weimarer Dreiecks ist Ergebnis eines gelungenen deutsch-französischen und deutsch-polnischen Aussöhnungsprozesses, auf deren Grundlage zukunftsfähige Strukturen europäischer Nachbarschaft entstehen konnten. So traten sowohl Frankreich als auch Deutschland in dem Gründungsdokument nachdrücklich für eine schnelle Heranführung Polens und der neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas an die Europäische Gemeinschaft ein.

Was zunächst nur als jährliches informelles Konsultationsforum der Außenminister - seit 1998 auch der Staats- und Regierungschefs - der drei Unterzeichnerstaaten gedacht war, entwickelte sich rasch zu einem Symbolbegriff für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Polen und Deutschland. Neben solchen regelmäßigen Treffen auf höchster Ebene bietet das Weimarer Dreieck inzwischen jedoch auch einen sinnstiftenden Kontext für eine Reihe weiterer offizieller und inoffizieller Begegnungen im ?Dreierformat', beispielsweise für Fachminister, Abgeordnete und hohe Ministerialbeamte. Seit einigen Jahren tragen vermehrt auch Städte- und Regionenpartnerschaften, Begegnungen zwischen Künstlern und Unternehmern, Jugendwerken und gemeinnützigen Vereinen unter dem Dach des Weimarer Dreiecks zum Zusammenwachsen der Zivilgesellschaften in den drei Staaten bei. Zusätzlich zu der Facharbeit auf Ministerebene ist es gerade diese zivilgesellschaftliche Komponente, die für den langfristigen Erfolg und die breite gesellschaftliche Akzeptanz des Weimarer Dreiecks unentbehrlich ist.

Die vor dem Hintergrund des Weimarer Dreiecks entwickelten Vorstellungen zur grenzüberschreitenden regionalen Zusammenarbeit und zur Vielfalt der Beziehungen in einem vereinigten Europa - abgesichert durch stabile Institutionen als Garanten für Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Demokratie - sind auch mehr als ein Jahrzehnt nach dessen Gründung unverändert aktuell.

In einer Europäischen Union mit 25 Mitgliedstaaten liegt die Zukunft des Weimarer Dreiecks, das heute als wichtiges Element einer trilateralen Kooperation zwischen Frankreich, Polen und Deutschland wahrgenommen wird, vor allem in seiner Weiterentwicklung hin zu einem ergänzenden Instrument der Politikkoordination in Europa.